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Eine Skizze ist eine schnelle, unvollständige Darstellung einer Szene, eines Geschehens, einer Idee – sie ist ein Entwurf, ein erster Überblick.
Daher trägt dieser Blog den Namen SkizzenBLOCK.

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Sachsen-Anhalt feiert das eigene Stockholm-Syndrom

8.9.2026.

„Das ist erst der Anfang.“ (Viktor Orban zum AfD Sieg in Sachsen-Anhalt)

Nein, Wahl und Wahlergebnis im Kleinstaat Sachsen-Anhalt ( 2,1 Mio. Einwohner, 1,7 Mio. Wahlberechtigte) sind gewiss kein Anfang sondern eine geradezu blindwütige Fortsetzung, eine begeisterte Manifestation des eigenen Untertanentums – auf allen Seiten parteipolitischer Lager.

Es gibt so etwas wie ewige Wahrheiten, zumindest kamen manche Denker ihnen nah. Daher werden manche Zitate auch ständig wiederholt. Wie dieses:

„Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie längst verboten.“ .(Kurt Tucholsky)

Manche werden aber auch zu selten wiederholt, wie dieses:

„Wahlen ändern nichts. Es gibt Regeln.“ .(Wolfgang Schäuble)

Mit Regeln meinte er internationale Verträge und Abkommen. Und die werden traditionell auf höchst undemokratische und intransparente Weise verhandelt und geschlossen. Die Namen und Absichten der wirklichen Autoren dieser Regeln sind dabei nur einer winzigen Minderheit bekannt. Die Mehrheit der Politiker und Mandatsträger zählt(e) sicher nicht dazu, Schäuble vermutlich schon.

Wahlen und Parteienzank sind folglich, mit dem Wort von Tom-Oliver Regenauer, „Beschäftigungstherapie“. Sie dienen also Ablenkung und Wohlbefinden durch belanglose Tätigkeiten. Sie sind nicht die Lösung, nicht mal ein kleiner Teil davon, sie sind aus Sicht von uns Bürgern das Problem. Wenn wir diesem scheindemokratischen System folgen, ja ihm dienen, mittels hochemotionaler Beteiligung und voller Fokussierung auf das Mediengeschehen rund um den „Urnengang“(!), dann unternehmen wir den Versuch, uns durch extremes Untertanenverhalten die eigenen Peiniger gefügig zu machen: Stockholm-Syndrom.

Bewegen wir uns mental nur innerhalb dieses Systems, das ist wichtig festzuhalten, dann kann es für uns in politischer Hinsicht gar keine richtige Seite geben, denn „es gibt kein richtiges Leben im Falschen“ (Theodor W. Adorno).

***

Vor diesem Hintergrund schauen wir uns die beiden simplen Gleichungen an, die aktuell bis auf wenige Ausnahmen die GESAMTE Medienlandschaft beherrschen. Das sind: AfD = Nazi und AfD = Hoffnung.

AfD = Hoffnung?
Worauf? Woher nehmen die Menschen das?
Es gibt keine faktischen Belege, jeder der sich mit Geschichte, Programm und Personal der AfD beschäftigt, muss zum exakt gegenteiligen Schluss kommen. Hier sind Marionetten des neuen Feudalismus, des globalen korporatistischen Systems am Werk wie in allen anderen Parteien. Und sie haben auch nichts anderes vor, aller „dem-Volke-nach-dem-Mund-reden“-Rhetorik zum Trotz. Und sei sie noch so geschickt, was sie bei der AfD zugegebenermaßen oft ist.

Sicher, es wird vermutlich ein paar medienwirksame Abschiebungen geben, wenn die AfD mal Regierungen stellt, und die Kündigung von Rundfunkstaatsverträgen. Das wird vielen Freude machen, aber ist das ein neuer Anfang? NATO-Kriege, EU-Totalitarismus, UN, Wallstreet, Enteignung durch Finanzoligarchie und Zentralbankensystem, mönströse Tech-Überwachungs-Konzerne, transhumanische Transformation usw. Für all das steht Alice Weidel wie Friedrich Merz, Olaf Scholz, Robert Habeck, Angela Merkel und all die anderen.

Darauf Hoffnungen zu setzen, ist Einnahme von Hopium in großen Dosen, ist sture Hoffnung um der Hoffnung willen oder besser: Heldenglaube, um an Selbstverantwortung erst gar nicht denken zu müssen: „Wer sich darum streitet, von wem er regiert werden will, ist für die Misere mitverantwortlich, die er beklagt.“ (Georg Ashty Bremges, manova.news)

AfD = Nazi?
Woher nehmen die Menschen das?
Es gibt eine extrem patriotistische Fraktion in der Partei, die man auch nationalistisch nennen könnte, aber eben nicht „Nazi“. Auch ist das weder personell noch politisch der Kern, das Wesen, die Rolle und Funktion der AfD, denn das ist, wie erwähnt, die großflächige Verabreichung von Hopium in großen Dosen. Zur Kanalisierung von Bürgerempörung und zur Verschleierung der Machtinteressen, denen die AfD dient wie das gesamte Parteiensystem.

Wer sich von der Hysterie dieser Gleichung, dieses Propaganda-Memes, mitreißen lässt und sich dabei wahlweise für besonders anständig demokratisch (CDU-, SPD-, Grünenwähler, …) oder gar für systemkritisch antifaschistisch hält, hat offenbar das Ziel, es bezüglich Stockholm-Syndrom zu herausragender Meisterschaft zu bringen.

Denn, das sollten alle Seiten endlich erkennen: Die AfD und das Bohei um sie ist Ablenkung von wirklich Wichtigem, sie ist der „Staubsauger für Bürgerwut“, wie ich das in einem früheren Beitrag genannt habe. Und sie ist ideal für das Empörungsmanagement, sie absorbiert politisches Engagement bei Fans und Feinden gleichermaßen, sie besorgt den wahren Machtzentren für die große Transformation eine Menge Zeit ohne wirksamen Bürgerwiderstand. Das „Nazi“-Etikett dient genau diesen Zwecken, lenkt die Empörung beider Seiten in eine vollkommen belanglose Richtung.

Für den Erhalt dieser Bevölkerungskontrolle in harten, „transformistischen“ Zeiten wurde die AfD aus der Merkel-CDU ausgegründet. Dass harte Zeiten kommen würden, wussten die üblichen Initiatoren harter Zeiten natürlich schon im Februar 2013. Wie gut diese Kontrolle funktioniert, erkennen wir mit einem ersten oberflächlichen Blick daran, dass beide Parteien zusammen gerade 61% der Stimmen erhalten haben.

Nachdem die CDU Demokratie, Pluralismus und Rechtsstaat in der BRD vollständig abgeräumt haben wird, was nicht mehr lange dauern kann, ist Zeit für AfD-Regierungen. Denn nachdem die Menschen schon länger erkannt haben, dass die SPD ihnen nicht wohlgesonnen ist, hat sich vor kurzem diese Erkenntnis bezüglich der Grünen durchgesetzt und mit Merz jetzt offenbar auch bezüglich der CDU. Da passt es doch vorzüglich, mit der AfD eine Alternative zu haben, in die vor allem die Wütenden ihre Hoffnungen setzen. Das verschafft Zeit.
Noch mehr Zeit verschafft es, den Zeitpunkt für diesen Wechsel hinauszuzögern. Und was passt dazu besser, als eine Pattsituation in einem kleinen Landesparlament mit dem Potenzial für viele weitere Monate AfD-Bohei?

Was nach Sektrausch hier und Rauchbomben da am Ende bleibt, ist eine gesamtgesellschaftliche Erschöpfung, gepaart mit der parteiübergreifenden Halluzination, doch auf der richtigen Seite zu stehen und alles getan zu haben.
Dass all das mit den wahren Problemen, den wahren Gefahren, den wahren Verantwortlichen und Machtstrukturen nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, für diese Erkenntnis fehlt da natürlich die Kraft.

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